Rundbrief Dezember 2021

FoF-Jugend feierte den letzten Einsatz des Jahres, Abstecken zusätzlicher Cluster. Leni steht links (siehe S. 5).

 

„Hoffnung bedeutet nicht, nur passiv herumzuhocken. Hoffnung gehört denjenigen, die handeln“
(Jane Goodall).

Worum es bei FoF geht

Auf gehts! Pflanzt diese Bäume!

Der offene Raum zwischen den Bauminseln ist das Erfolgsgeheimnis: Yale University (2019) hat herausgefunden, dass diese Art Wälder bis zu 40 mal mehr CO2 speichern können als her- kömmliche Plantagen und – wie die Deutsche Forschungsgemeinsaft (DFG) herausfand – eine höhere Biodiversität und Widerstandsfähigkeit besitzen.

Ein gut gedeihender Naturwald braucht mehr- schichtige Bäume, große, mittlere und kleine. Aber es muss auch genügend Licht durchdrin- gen, damit die Bäume und Sträucher im Unter- holz eine Chance haben, zu wachsen. Genau darum geht es bei Bauminseln. Der Abstand von etwa 10 Metern zwischen den einzelnen Bauminseln ermöglicht auch kleinen Bäumen den gleichen Zugang zum Licht. Wichtig ist nicht nur, was gepflanzt wird, sondern wie.

Was wurde erreicht

Edward Olson von SDW, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, kam zu einer Inspektion. „Ich kann es nicht glauben“, sagte er, als er die Pflanzfläche sah. Das ist ja schrecklich.“ Er griff zum Spaten und pflanzte mit. Später: “ Die Pflanzung hat wirklich Spaß gemacht. Durch diese Art bekommt man eine Vorstellung davon, wie groß und anspruchsvoll das Projekt ist. Ich werde versuchen, Mittel für ein zweites Projekt wie dieses für nächstes Jahr in Goslar zu finden.“

Es stimmt: In zwanzig Jahren können die Jugendlichen von FoF ihren Kindern sagen: „Seht euch diese Wälder im Dörpke Tal an. Die habe ich mit gepflanzt.“

In diesem Jahr hatten wir Erfolg: eine Stiftung aus Bonn spendete 10.000 Bäume, eine andere aus Würzburg 1.100 und eine dritte Stiftung aus Hamburg über 2.000 – 13.000 Bäume zwanzig verschiedener Baumarten.

Ein großzügiger Privatspender und die Sparkasse spendeten Sträucher. 3.000 Sträucher, die von Vögeln bevorzugt werden.

Von diesen 13.000 Bäumen, auf der für FoF ausgewiesenen Fläche von 2 ha wurden 2.300 Bäume aller Größen gepflanzt.

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Einige der Pflanzer waren noch recht jung.

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Jugend im Einsatz: wie der Herbst-Einsatz endete

Die Pflanzaktion endete am 4. Dezember, aber weniger als eine Woche vor Weihnachten zogen die unerschrockenen Jugendlichen ihre müden Glieder am frühen Samstagmorgen noch einmal aus dem Bett. Sieben neue Bauminseln mussten abgesteckt werden.

In Walhalla werden Bierkrüge nie leer. Einmal ausgetrunken, füllen sie sich auf magische Weise wieder. So war es auch bei uns. Es wurden zwar Bäume gepflanzt, aber der Einschlagplatz füllte sich immer wieder. Es stellte sich heraus, dass etwa 300 Bäume mehr geliefert wurden als bestellt, und niemand wusste, wie das passierte. Also haben wir weiter gepflanzt. Und am Ende hat- ten wir sieben Bauminseln mehr als geplant.

Wir mussten schnell handeln. Wenn die neuen Inseln jetzt nicht markiert würden, wären sie wahrscheinlich später nicht mehr zu sehen. Also wurden weitere Stäbe bestellt. Da kein Fahrzeug zur Verfügung stand, um die Stäbe ins Tal zu bringen, wurde das Problem wieder an die Jugendkoordinatorin Elise übergeben.

Nina mit Elise

Elise organisierte ein Fahrzeug, rief ihre Mädels zusammen und fuhr die Stäbe zum Waldparkplatz. Es muss ein lustiger Anblick gewesen sein: eine Reihe junger Leute und ein alter Mann die mit Stäben auf den Schultern das Tal hinauf marschierten.

Im Sommer trafen sich FoF zu einer Besprechung in Karkossas Eisdiele. Elise stellte uns Nina vor, die Zweite im Bunde, ebenfalls ein Gewinn als Denk- und Planungstyp. Benefiz Kuchenbasar? Maßgeblich daran beteiligt. Ebenso bei der Beaufsichtigung der Pflanzung. Zu einer Gruppe Erwachsener sagte sie später: „Die waren nicht so gewissenhaft wie die CvD-Schüler; die brauchten viel mehr Input.“

Lebkuchen für eine effektive Bepflanzung unerlässlich

Spender haben mehr als nur ein Recht darauf zu erfahren, wohin ihre Spenden geflossen sind. Vertrauen beruht auf Transparenz. In dem Bestreben, diese Transparenz zu gewährleisten, können seltsame Dinge passieren. FoF hat eine kleine Präsenz auf einer Projektplattform, auf der Spenden eingezahlt werden. Mit dem Wunsch, einen kleinen Betrag von der Plattform an FoF zu überweisen, wurde eine Maske ausgefüllt und der Antrag begründet. Der Antrag wurde abgelehnt mit der Begründung „In Ihrer Projektbeschreibung stand, dass Bäume gepflanzt werden sollen, aber nicht, dass Spaten gekauft werden sollen“ Wir erklärten, dass das Verb „pflanzen“ auch beinhaltet, ein Loch in den Boden zu graben.

FoF-Spenden wurden für Lebkuchen ausgegeben, neun Kilo davon.

Wenn es in der Forstwirtschaft ein Sprichwort gibt, dann ist es „ohne Mampf kein Kampf“. FoF hielt sich an dieses Diktum. An dem Tag, an dem die Bauminseln abgesteckt wurden verzehrten die Zehntklässler des örtlichen CvD-Gymnasiums neun Pakete Kekse und fünf Liter heiße Schokolade (nicht auf Kosten der Spender).

Von Anfang bis Ende wussten alle Pflanzer und die Abstecker, dass es zumindest Kekse und heiße Schokolade geben würde, wenn sie kämen. Die Jugendlichen kamen. Eine 11. Klasse kam am Samstag, um zu pflanzen. Jugendliche aus Hildesheim reisten 47 km weit an.

Wir feiern den letzten Tag der Bepflanzung. Herr Warnecke trägt die rot-grüne Jacke

Am Samstag, den 4. Dezember, wurde die Bepflanzung abgeschlossen und am Weg eine kleine Feier veranstaltet. Es wurde ein Karton Lebkuchen angeboten und 20 Flaschen Sekt (Piccolo) (Nur Lebkuchen wurden durch Spenden gedeckt). Am 6. Dezember brachte ein Taxi St. Nikolaus zum Gymnasium mit drei Kartons Lebkuchen, zwei für zwei Klassen und eine dritte für die fünf an der Aktion beteiligten Lehrer (auch hier wurden die Lebkuchen durch Spenden finanziert).

„Das ist echt super, wie ihr die Leute motiviert und deren Beigeisterung nutzt! Junge Menschen suchen ja nach dem Sinn im Leben und Bäume pflanzen ist da eine wunderbar praktische Sache.“ Heiko Hilmer, reka e.V

Wohin die meisten Spenden geflossen sind

Sicherlich gibt es Pflanzprojekte, bei denen ein Forstamt alles im Angebot hat, Standort, Setzlinge und Werkzeuge. Bei den 2 ha für FoF war das ganz anders. Es wurde ein Pflanzplatz angeboten, alles andere war Sache von FoF.

Zehn Spaten wurden von einer Baumschule ausgeliehen. FoF kaufte jedoch eine Reihe kleinerer, leichterer Spaten, Kreuzhacken und Wiedehopfhaue, Handschuhe in allen Größen und Pflanzsäcke. Irgendwann wird FoF genügend Werkzeuge besitzen, um sie für spätere Projekte verwenden zu können. Diese einmaligen Ausgaben sind dann gedeckt. Andere Ausgaben sind wiederkehrend.

Beate Bauers an Bauminsel Nr. 50

Ohne Försterin Beate Bauers‘ unerschöpflicher Energie wäre nichts gelaufen. Unsere Erfahrung ist, man kann viel lernen, alles über Bauminseln und wie toll sie sind. Aber irgendwie muss alles in die Praxis umgesetzt werden, müssen die Bäume an einen bestimmten Ort gepflanzt werden. Dazu braucht man eine qualifizierte Fachkraft. Beate war die arme Seele, die mit Fragen, Anrufen und Bitten um Treffen bombardiert wurde. Sie war mit Leib und Seele beim Projekt und ist jeden Cent ihrer Arbeit wert. Leider müssen wir sagen, dass FoF nur ein Viertel dessen zahlen kann, was eine Försterin wie sie verdient. Unsere größte Ausgabe war also die bescheidene Vergütung für Beates Einsatz.

Rückblick

„Mit unerschütterlicher Hartnäckigkeit hat FoF Großes in nur einem Jahr geleistet. Die Erkenntnis – wir können etwas tun, wir sind den Folgen der Klimaerwärmung nicht vollkommen ausgeliert – ist eine der wichtigsten Botschaften. Es hat allen Spaß gemacht. Das konnte man sehen.“
Connie war oft beim Pflanzen mit dabei. (Cornelia Grote-Bichoel (Energie Ressourcen-Agentur Goslar)

Im Sommer 2020, als das Projekt noch in den Kinderschuhen steckte, war FoF froh, die Finanzie- rung der Bäume zu sichern und die Auswahl und Pflanzung dem Forstamt zu überlassen. Das Jahr 2021 hingegen war anders, mehr wie Tag und Nacht.

Im Jahr 2021 sicherte FoF zwar die Finanzierung, wählte aber in Zusammenarbeit mit der FH in Göttingen und mit Försterin Beate Bauers die Baumsorten aus. Man einigte sich auf die Pflanzung von Bauminseln. Für Niedersachsen ist dies nicht nur eine neue Art der Pflanzmethode, sondern auch ein neuer Ansatz um Wälder mit Strukturvielfalt (mehrstöckige Wälder) zu schaffen.
Bauminseln tragen dazu bei, kritische Lebensräume zu schaffen, die die Erholung von denjenigen Tierarten unterstützen, die fliegen, flitzen, flattern, springen, schlittern und hüpfen. Darüber hinaus wird weitaus mehr Biomasse produziert, wird die Bestäubung und Samenverbreitung gefördert, die Widerstandsfähigkeit gegen Stürme und Feuer erhöht und die Schädlingsbekämpfung verbessert. Die Kohlenstoffspeicherung ist natürlich viel höher. Endlich bietet diese Art von Wald den Goslarern etwas, das sie wirklich genießen können. Dieses Pilotprojekt ist das erste in Niedersachsen.

Mit der Auswahl all dieser Baum- und Straucharten hilft FoF nicht nur bei der Finanzierung, son- dern zum großen Teil auch bei der Koordination des Waldumbaus im gesamten Dörpketal, d.h. über 12 Hektar, vergleichbar vielleicht mit einem Kind am Weihnachtsabend, das bekommen hat, was es sich gewünscht hat.

Und schließlich war es eine wahre Freude zu sehen, wie sich in so kurzer Zeit ein Team bildete, das gut zusammenarbeitete und Spaß hatte. Abgesehen von dem unermüdlichen Einsatz von Beate Bauers, wurden alle Arbeiten von jungen und jung gebliebenen Laien durchgeführt.

Wie Herr Olson bei seiner Inspektion sagte „Ich habe tagein, tagaus mit Pflanzern zu tun, aber ich habe noch keine jungen Leute gesehen wie hier, mit so viel Kampfgeist und Durchhaltevermögen. Das ist außergewöhnlich.“

Ja, besonders unter diesen miserablen Bedingungen, nicht nur wegen des Wetters. Ein Drohnenvideo zeigt hunderte von toten Bäumen, die auf dem steilen Hang lagen und über die die Pflanzer klettern mussten. Was die Drohne nicht zeigen konnte waren die miesen Brombeersträucher, die nur darauf warteten, dass die Pflanzer sich in sie verheddern. Wir erheben das Glas auf alle, die sich in die Schlacht im Dörpketal gestürzt haben.
Herr Warnecke, der Ruhige.

Die Zukunft

Die Arbeit im Dörpketal geht weiter. Wenn die Setzlinge eine Chance haben sollen, müssen sie von Brombeeren und Unkraut befreit werden. Forst praxis empfiehlt, die Kulturfläche nicht komplett vom Begleitwuchs zu befreien. Belassene Bodenvegetation wirkt sich positiv auf die Bodenfeuchte aus, und es bleiben Lebensraum und Nahrung für Wildtier und Kleinlebewesen erhalten. Beim sogenannten Auskesseln beschränkt man sich auf die Bereiche unmittelbar um die zu fördernde Pflanze. Der Radius des Kessels hängt dabei von der Pflanzengröße und der Art des Begleitwuchses ab.

Im Frühjahr, wenn Brombeeren, Unkraut und Gras zurück geschnitten werden müssen, werden wir zusätzliches Schnittwerkzeug anschaffen. (Da ältere und junge Laien im Mittelpunkt des Projekts stehen, werden keine gefährlichen Werkzeuge wie Machete oder Sichel angeschafft. Nur kleine Werkzeuge.)

Florian Rempel im Einsatz

Falls eine intensivere Rodung erforderlich ist, muss FoF Fachleute einschalten. Aber das ist teuer. Nach Angaben des Forstamtes Goslar kostet die Rodung eines Hektars rund 1.400 Euro.

Zunächst begann es mit einer E-Mail. Eine Familie wollte kommen und pflanzen. Okay, notiert, vergessen. Doch dann tauchte Artur Rempel mit seinem winzigen Spaten auf. Drei Jahre alt und als echter Nachwuchspflanzer eroberte er die Herzen Aller. Es folgten Gespräche mit den Eltern. Beide engagieren sich für die Umwelt und dafür, dass der Wald wieder auf die Beine kommt. Weitere E-mails folgten. Die Rempels sind nun ebenfalls eine treibende Kraft beim FoF. Mama und Artur siehe S.2.

Baumarten für den Klimawald

Längerfristig wird FoF weiterhin versuchen, Fördermittel zu erhalten. Florian Rempel hat eine lange Liste von Organisationen vorgelegt, die möglicherweise bereit sind, sich an unseren Bemühungen zu beteiligen. Ein neuer Spendenaufruf muss erarbeitet und verschickt werden.

Auf die Frage, welche Wälder im Harz in Zukunft gebraucht werden, wandte sich FoF an Bayern. Wie es in Leitlinien der Bayerischen Forstverwaltung steht, hat Bayern als eines der ersten Bundesländer einen Rahmen für eine zukunftsfähige Baumartenwahl gesetzt. Bayern verfolgt bereits eine Vier-Facetten-Strategie.

Die Frage ist, in wie weit können die Forstämter sich an den Wandel anpassen.
FoF beabsichtigt, mit der Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen in Kontakt zu treten. Für 2022 hat FoF die Vision, eine bestimmte Anzahl von Hektar mit einer Auswahl von Bäumen unter der Aufsicht des Forschungszentrums zu bepflanzen. Mit Hilfe der Bürger können wir das schaffen.

Beste Grüße und alles Gute, vor allen Dingen Gesundheit für das neue Jahr, wünschen,

David und Brigitte Kahan
eine Gruppe der reka e.V.

Dr. David und Brigitte Kahan
Am Stollen 10, 38640 Goslar
Tel. 05321 – 387 9226
e-mail: badkahan@gmail.com
www.fof-harz.de

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